Archiv 2015
Startseite
Archiv 2004
Archiv 2005
Archiv 2006
Archiv 2007
Archiv 2008
Archiv 2009
Archiv 2010
Archiv 2011
Archiv 2012
Archiv 2013
Archiv 2014
Archiv 2015

Erfolgreicher Saisonabschluss im Oktober

Am letzten Öffnungstag des Museums in diesem Jahr konnten wir die „Trabifreunde Westerwald“ mit ihren Kultautos begrüßen. Sie veranstalteten ihr jährliches Treffen in Döttesfeld zum 25. und damit auch zum letzten mal. Eine Ausfahrt mit vielen Teilnehmern führte sie in unser Museum, wo sie von Bürgermeister Franz-Peter Dahl mit Kaffee und Brötchen willkommen geheißen wurden. Über 30 historische Zweitakter der Marken Trabant und Wartburg aus der ehemaligen DDR verteilten sich auf dem Museumsgelände und brachten geschätzte 80 interessierte Besucher mit. Passend zu den Autos präsentierte sich die Rangierlok V6, ebenfalls ein DDR-Produkt, wenn auch erheblich älter als die Autos. Das Wetter spielte mit, und das Museum war so gut besucht wie selten. Wolfgang Clössner hätte seine helle Freude daran gehabt!

Bürgermeister Franz-Peter Dahl begrüßt die Trabifreunde von der V6 aus. Foto: C.Gussmann

Viele Trabante und ein Wartburg vor dem Asbacher Bahnhofsgebäude. Foto: C.Gussmann

Lok 53, umringt von Ostfahrzeugen. Foto: C.Gussmann

Ein Blick aus dem Obergeschoß auf das muntere Treiben. Foto: C.Gussmann

Oberdampflokomotivführer Christian heizt ein... Foto: C.Gussmann

...und dreht Runde um Runde zur Freude der Kinder. Foto: C.Gussmann

Historisches aus Ost und West. Opel Ascona, VW Scirocco, Sachsenring Trabant, LKM Ns3 und Jung 10175. Foto: C.Gussmann

Waswäre wenn... Lok 53 leicht “ossifiziert”, bis vor 25 Jahren üblicher Lokschmuck an Feiertagen. Foto: Klaus Drosdowski

Dieters V13 im Maßstab 1:6 vor Wolfgangs V13 im Maßstab 1:1. Foto: C.Gussmann

Rhein-Sieg Eisenbahn, Zillertalbahn und Frankfurter Waldbahn, im frischen Lack friedlich vereint. Foto: C.Gussmann


Ladegut für den Rollwagen

Eine der häufigsten Fragen der Museumsbesucher betraf den Rollwagen: Was ist das für ein Wagen und wozu wurde er gebraucht? Daher hatten Wolfgang Clößner und ich schon lange vorgehabt ihn mit einem regelspurigen Fahrzeug zu beladen. Ursprünglich hatten wir einen historischen Güterwagen vorgesehen, G10 oder ähnliches. Bei reiflicher Überlegung kamen wir zu dem Schluss, dass mit solch einem “Berg” ein einfaches rangieren kaum noch möglich wäre und der freie Blick auf den Lokschuppen verstellt wäre. Außerdem sind wir zu wenige Aktive, um einen solch großen Wagen fachgerecht zu restaurieren und vor allem zu erhalten. Das Ensemble steht ja Wind und Wetter ausgesetzt im Freien.

Die Lösung kam, als die Frankfurter Straßenbahn alte Hilfsdrehgestelle aus der Werkstatt anbot, für Selbstabholer kostenlos. Drei waren vorhanden, eines ging an das Deutsche Museum nach München, eines nach Potsdam, und eines nach Asbach. Ursprünglich stammt es von der Frankfurter Waldbahn. Für sein hohes Altes sprechen die sogenannten Sterngußräder. Auf ihnen sind die Radreifen nicht aufgeschrumpft sondern noch verschraubt. Auf einer Achse fand sich ein Jahresstempel “1902”. Die Aufarbeitung inklusive Lackierung hat Ewald Lorscheid im Alleingang durchgeführt, es ist ihm sehr gut gelungen. Er hat auch die Radvorleger vom Rollwagen restauriert, die seit Ankunft aus dem Zillertal im Lokschuppen lagerten. Bei der Gelegenheit haben wir den Rollwagen von Korrosion befreit, neu lackiert und mit authentischer Beschriftung genau nach Vorbild versehen.

Aufgerollt: das Drehgestell auf dem Rollwagen. Foto: C. Gussmann

Der Bürgermeister Franz-Peter Dahl (3. v.l.) begutachtet das Werk von Ewald Lorscheid (4. v.l.). Die Funktion des Rollwagens ist jetzt den Besuchern wesentlich einleuchtender zu erklären. Foto: C. Gussmann

V13 mit Rollwagen, wie einst in Hennef bzw. im Zillertal. Foto: Klaus Drosdowski


Weichenschmierer

Familie Gilbert aus Beuel hat sich der bisher einzigen Weiche im Museum erbarmt und sie intensiv gereinigt und professionell gefettet. Jetzt lässt sie sich leichtgängig wie nie umlegen.


Januar 2015: Aktueller Rückblick

Das vergangene Jahr zeigte sich durchaus von seiner schönen Seite. Auf Hitzeperioden folgten tropische Regengüsse, das Unkraut wuchs wie nie zuvor. Erfreulich mehr Besucher schauten vorbei. Weil wir keinen Eintritt erheben, so ist es fast unmöglich den Zuwachs einzuschätzen. Als Hilfsmittel bietet sich der Wasserverbrauch der Toilettenanlage an – satte 21 m³ mehr als im Vorjahr.

In dem allseits bekannten Online-Kaufhaus entdeckte Wolfgang Clößner die Nachbildung eines Dampftreckers. Das Modell im Maßstab 1:2 baute ein darauf spezialisiertes englisches Unternehmen im Jahr 2009. Die auf den Namen Hobbit getaufte Maschine bringt ohne Fahrer 770 kg auf die Waage. Der erste Gedanke war: wenn die Besucher nicht zu uns kommen, dann kommen wir halt zu den Besuchern! So schlecht ist die Situation allerdings nicht. Jedoch ist die Außenwirkung des Gefährtes enorm. Speziell wenn der Hobbit bergauf in Richtung Markplatz losstürmt. Wolfgang überließ die ersten Fahrten gerne seinen Freunden. Der Sitz musste noch auf seine Höhe angepasst werden. Ferner ist die Lenkung, besonders für große Fahrer, gewöhnungsbedürftig. Für Kurvenfahrten muss ein kleines Handrad, es wirkt auf die Kettenlenkung, in Windeseile mehrfach umgedreht werden. Der Dampfregler kennt nur die Position volle Kraft voraus. Bevor ihn seine Freunde auf die Straße ließen musste er mehrmals das Empfangsgebäude ohne Anstände umrunden.

Mittlerweile sind vier Personen mit ausreichender Fahrpraxis vorhanden. Die Regelung des Wasserstandes setzte Einfühlungsvermögen und Streckenkenntnis voraus. Das Wasserstandsglas befindet sich hinten am Ende des Kessels. Fuhr man bergauf, so täuschte es einen hohen Wasserstand vor. Während der Talfahrt floss das Wasser wieder nach vorne. Der Pegel näherte sich gefährlich der roten Marke für den niedrigsten Wasserstand. Auf ebenen Strecken war der Wasserstand wieder normal. Ferner galt es die Verbrauchswerte zu ermitteln. Die fünf Pferdestärken benötigten 10 Liter Wasser und 2 Kilogramm Kohle pro gefahrenen Kilometer.

Am letzten schönen Herbstwochenende planten Christian und Wolfgang einen gemeinsamen Ausflug. Der Basaltweg nach Bennau ist wegen seines Belages mit dem Rollstuhl nicht befahrbar. Um die ehemalige Strecke trotzdem kennenzulernen, bot sich der Hobbit an. Es bereitete Vergnügen die Strecke in den eigenen Dampf gehüllt zu befahren. Allerdings ließ der Sitzkomfort zu wünschen übrig. Das eindeutige Urteil lautete: hier fährt kein Besucher freiwillig mit!
Die Entschädigung für den Ausritt wartete in Bennau. Heinz Gödtner hatte gerade den alten Bahndamm der Anschlussstrecke zum Steinbruch Bennau freigelegt. Der Hobbit durchpflügte wenig später den freigelegten historischen Bahndamm. Er war vermutlich das erste Dampffahrzeug, welches seit dem Streckenabbruch im Jahre 1962, die ehemalige Strecke befuhr. Ein Senior kam des Weges und bemerkte treffend: “…das sieht ja aus wie früher!“.
Den Asbacher Weihnachtsmarkt besuchte der Nikolaus nicht per Rentierschlitten. Er nahm auf dem Anhänger Platz und der Trecker schnaubte mit ihm auf den vorbereiteten Standplatz.

Der Dampftrecker unterwegs zwischen Asbach und Bennau. Fotos: Christian Zell

Auf dem ehemaligen Bahndamm zum Steinbruch Bennau Berg.


Weitere Weichenstellungen

Aus dem Zillertal trafen im Oktober Gleise und zwei Weichen für den Ausbau der Strecke ein. Leider wurden nicht alle bestellten Gleise geliefert, um bis an das Ende des Bauhofes fahren zu können.

Die Frankfurter U-Bahn bot uns ein Drehgestell in Normalspur an. Das Bauteil ist nicht zu groß, es lässt sie sich mit einem Radlader manövrieren. Ursprünglich stammt es von der Frankfurter Waldbahn. In der Hauptwerkstätte wurde es genutzt, um schwere Lasten auf Schienen bewegen zu können. Das genaue Baujahr ließ sich nicht mehr ermitteln. Für sein hohes Altes sprechen die sogenannten Sterngußräder. Auf ihnen sind die Radreifen nicht aufgeschrumpft sondern noch verschraubt.
Nach der Aufarbeitung wird das normalspurige Drehgestell auf den Rollwagen gehoben. Dort steht es dann sicher auf den beiden Längsträgern. Sie nahmen früher die Achsen der regelspurigen Güterwagen auf. Damit wird für den Besucher offensichtlich, wie sich auf Schmalspurbahnen Güterwagen der Deutschen Bundesbahn transportieren ließen. Sinn und Zweck des Verfahrens war die Einsparung der Umladearbeiten in Hennef.

Noch einige Arbeit erfordert das Drehgestell, aber die Substanz ist gut. Foto: Carsten Gussmann

Zurück

[Startseite] [BTE / RSE] [Museum] [Nachruf] [5 Zoll Bahn] [Aktuelles] [Bahn-Links] [Kontakt]