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Veranstaltungen im Jahre 2019: s. “Öffnungszeiten”


Neue alte Lok

Demnächst erhält das Museum eine zweite Dampflok mit 785-mm-Spur. Nicht "irgendetwas", sondern thematisch zum Museumskonzept passend eine Lok der Basalt AG (BAG), bekanntlich die Muttergesellschaft der BTE/RSE. Es handelt sich um jene Lok, die auf dem Betriebshof der RSVG (Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft) in Stoßdorf steht. Der Buspark der RSE war 1973 in die neue gegründete RSVG aufgegangen, die Lok sollte die Mitarbeiter an die RSE und ihre Vergangenheit als Eisenbahn erinnern.

Nachdem sich Wolfgang Clößner schon vor rund 12 Jahren um die Lok bemüht hatte, aber die Zeit noch nicht reif war für eine Übernahme, war nun Ewald Lorscheid erfolgreich und fand ein offenes Ohr bei der RSVG-Leitung. Die Lok hat durch die lange Zeit im Freien deutlich gelitten, auch wenn sie zwischenzeitlich etwas Pflege und einen neuen Lack erhielt. Da substanzerhaltende Maßnahmen recht aufwendig würden und zudem dringlich durchgeführt werden müssten, war die RSVG schnell bereit, die Lok an das Museum zu verschenken! Wir danken der RSVG sehr herzlich für das Überlassen dieser interessanten Maschine, die unser Museum sehr bereichert! Unser erster Arbeitsschritt wird sein, sie rollfähig zu machen, denn alle Lager sind fest.

Zur Geschichte der Maschine: 1937 fasste die Betriebsleitung der BAG den Entschluss, den überalternden Lokomotivpark mit einer leistungsfähigen Neubaulok für Linzer Talbahn, die verschiedene Steinbrüche rund um Linz mit den Verladeanlagen am Rhein und der Zentralwerkstatt Sternerhütte verband, zu modernisieren. Die Streckenverhältnisse waren anspruchsvoll, im Linzer Stadtgebiet mit Steigungen, engen Radien (19 m!) und schmalem Lichtraumprofil in einem Tunnel. Rund 100 Tonnen sollten noch mit 12-15 km/h bergauf befördert werden. Die Ausschreibung für eine "150 - 200 PS Kleinbahn-Dampflokomotive" ging an vier Hersteller: Henschel, Jung, Krupp und O&K. In den Antwortschreiben wurden drei- bzw. vierfach gekuppelte Lokomotiven angeboten, teils mit Heißdampf. Die Preisspanne bewegte sich zwischen 26.000 und 42.000 Reichsmark. Das Angebot von Krupp war das teuerste und wurde nicht weiter verfolgt. Die anderen Hersteller optimierten ihre Angebote, Jung machte schließlich das Rennen.

Aber auch der Siegerentwurf einer vierfach gekuppelten Heißdampflok mit zwei Klien-Lindner-Hohlachsen vorn und hinten im Außenrahmen bedurfte noch einiger Änderungen, bis die Ingenieure der BAG zufrieden waren. Schließlich einigte man sich auf eine Nassdampflok mit Innenrahmen, deren vordere Achse nicht wie üblich mit Stangen von Rad zu Rad, sondern mittels mittig auf den Achsen sitzenden Zahnrädern nach der Bauart Luttermöller angetrieben wurde. Das passte Jung zwar nicht, weil dafür eine Patentzahlung an O&K zu leisten war, aber man wollte ja den Auftrag ausführen. Die dritte Achse erhielt eine Seitenverschiebung nach Gölsdorf, die Leistung betrug 185 PS, der Kesseldruck 13 bar. Am 25.10.1937 erfolgte die Bestellung, den Kaufpreis hatte man auf 29.000 RM ausgehandelt, abzgl. 2% Skonto. Es wurde sofort mit dem Bau begonnen, aber schnell zeigten sich Probleme bei der Materialbeschaffung. Die Vorbereitungen für den Krieg liefen auf vollen Touren, Metalle wurden bewirtschaftet und mussten für jedes Projekt genehmigt werden. An eine Feuerbüchse aus Kupfer war im vornhinein nicht zu denken, es wurde Stahl mit all seinen Nachteilen verwendet. Die wachsenden Probleme verzögerten die Fertigstellung bis zum April 1939, als die neue Lok endlich ausgeliefert werden konnte.

Anfangs befriedigte die Maschine nicht in Hinsicht auf die Dampferzeugung, aber das bekam man mit Hilfe von Jung in den Griff. Während der Kriegs- und Nachkriegszeit konnten nicht alle notwendigen Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden, weshalb die Maschine 1948 einer umfassenden Reparatur bei der Firma Radau in Düsseldorf bedurfte. 1950 erfolgte eine Anfrage der BAG bei Jung für eine baugleiche Lok, aber eine Beschaffung unterblieb. 1953 spendierte die BAG der Lok noch eine neue Feuerbüchse aus Kupfer inklusive komplettem Rohrsatz. Diese Arbeiten führte der Hersteller im Jungenthaler Werk durch. 1960 erfolgte die Umsetzung der Lok zur Betriebsabteilung Willscheider Berg, wo sie bis zur vorläufigen Abstellung im Jahr 1968 als eine der letzten Dampfloks in Betrieb stand. 1975 wurde sie endgültig beim zuständigen TÜV in Koblenz abgemeldet und somit dauerhaft aus dem Betriebspark genommen.

Sie stand noch einige Jahre an der Werkstatt Sternerhütte in Linz als Denkmal, bis sie 1981 nach Hennef transportiert wurde. Mit frischem Lack versehen erfolgte am 1.7.1981 die Aufstellung in Stoßdorf. Am 7.6.2019 unterzeichneten Volker Otto, Geschäftsführer der RSVG, und der Asbacher Ortsbürgermeister Franz-Peter Dahl den Schenkungsvertrag vor der Lokomotive und übergaben sie symbolisch den Vertretern des Museums, Ewald Lorscheid und Carsten Gussmann. Ein Transporttermin steht aber noch nicht fest.

Bei der Gelegenheit: hat jemand Details zur Firma Radau in Düsseldorf (-Reisholz)? Dort wurden nach dem Krieg auch einige Lokomotiven bzw. Kessel der RSE repariert, aber wir konnten  im Internet nichts über diese Firma in Erfahrung bringen.

Werkfoto der Lokfabrik Jung von 1939. Sammlung Museum Asbach

Mit Mannschaft und Ölkännchen, fotografiert von Gerhard Moll am 23. Juni 1963.

Von Willi Kissau stammen diese beiden Fotos der 8301 beim Einsatz am Steinbruch Meerberg, ungefähr 1965.
Fotos: Sammlung Museum Asbach

Verladung auf den Schwertransporter am 1. Juni 1981 im ehemaligen Busdepot der RSE in Hennef-Warth. Auch der der Kran und der Lkw sind mittlerweile historisch, und vom Busdepot existiert kein Ziegelstein mehr. Foto: Wolfgang Clößner

BAG 8301 auf der Fahrt durch Hennef. Foto: Wolfgang Clößner

Abladen am neuen Standort in Stoßdorf. Bei der nächsten Verkranung werden aber Traversen verwendet, um Blechschäden vorzubeugen. Foto: Wolfgang Clößner

Jahre später ist die Lok schon vom Wetter gezeichnet. Foto: Carsten Gussmann

Der aktuelle Zustand im Januar 2019. Auffallend ist, dass bei der zwischenzeitlichen Neulackierung auf die Zierstreifen an Führerhaus und Wasserkasten verzichtet wurde. Foto: Carsten Gussmann

Nach der Vertragsunterzeichnung an der Lok in Stoßdorf. Zu sehen sind von rechts: RSVG-Geschäftsführer Volker Otto, Ortsbürgermeister Franz-Peter Dahl, Asbachs Beigeordneter Wolfgang Krings, Ewald Lorscheid und Carsten Gussmann.


Von den Dieselloks

An der V13 wird weiter gearbeitet, zur Zeit sind die Hauptluftbehälter "in der Mache". Sie wurden ausgebaut und zur Aufarbeitung und Prüfung in eine Fachwerkstatt transportiert.

Die ehemalige V11 hat den Besitzer gewechselt: Die Steiermärkischen Landesbahnen haben die als VL 6 bezeichnete Lok an die Lokalbahn Mixnitz - St. Erhard AG verkauft. In Unzmarkt wurde sie nicht mehr benötigt, jetzt dient sie als fahrdrahtunabhängige Reserve bei der elektrischen Lokalbahn. Am 16. Mai 2019 erreichte sie ihre neue Heimat per Straßentieflader.


Schienenräumer für die 53

Lok 53 hat wieder ihren vorderen Schienenräumer erhalten! Es hat lange gedauert, denn schon vor dem Transport der Lok nach Viernheim vor 50 Jahren waren die markanten Schienenräumer mitsamt ihrer Haltewinkel abgebaut worden, um Beschädigungen beim Verladen vorzubeugen. Der hintere Räumer wurde später wieder montiert, der vordere ging mitsamt eines Winkels verloren. Wie und wo ließ sich nicht mehr feststellen. Nach alten Fotos zu urteilen waren beide Räumer baugleich, nur mit jeweils anderer Befestigung. In einer Metallschmiede wurde von Heiner nun eine Neuanfertigung in Auftrag gegeben, die perfekt gelungen ist, man erkennt kaum einen Unterschied zwischen alt und neu.


Gartenbahn

Dank der intensiven Pflege von Tim und Michael glänzt die Lok 9 wieder, ist voll funktionsfähig und macht gut Dampf. Der neue Kohlenkasten steht der Lok ausgezeichnet. Fotos: Carsten Gussmann


Neue Zusatzluftbehälter für die V13

Ab Werk waren die großen Dieselloks der RSE mit zusätzlichen Luftbehältern ausgerüstet, um die Bremsen der Züge schneller lösen zu können. Nach dem Verkauf an die Zillertalbahn waren diese entfernt worden, für den Rangierdienst dort wurden sie nicht benötigt.

Da die V13 im Museum wieder in den weitgehenden Originalzustand zu RSE-Zeiten zurückversetzt wird, mussten die fehlenden Behälter neu beschafft werden. Das ist gelungen. Zum Werdegang schreibt der Organisator Heiner:

Im letzten Herbst erstanden bei ebay-Kleinanzeigen und in Asbach provisorisch an die Lok angepasst. Danach entlackt von Rtec in Andernach, zur Änderung/Adaptierung und Druckprüfung mit Zertifikat zu MST in Brohl gebracht, von da nach Asbach zur Anpassung der ebenfalls neuen Aufnahmekonsolen am Rahmen und schließlich nach St. Augustin zur Endbearbeitung. Dort Lackierung und innen mit Fertan versiegelt und somit gegen Rost dauerhaft geschützt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen - wie neu!
 

So sahen sie einst aus, mit Trägern, Flansch und Entwässerungshahn. Foto: Archiv Museum Asbach

Die Ersatzbeschaffung: exakt die gleiche Größe, aber noch etwas rostig. Foto: Heiner Gilbert

Bearbeitet, geprüft und zur Lackierung vorbereitet. Foto: Heiner Gilbert

Frisch lackiert im “richtigen Rot” (RAL 3003) können sie demnächst eingebaut werden. Foto: Heiner Gilbert

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