
Das neue Jahr 2026 startete verhältnismäßig ruhig im Asbacher Museum. Auch wenn im Hintergrund die neue Saison und dutzende Projekte vorbereitet wurden, verirrten sich bei den klirrend kalten Temperaturen nur wenige Vereinsmitglieder in die museumseigene Werkstatt.
125 Jahre Brohltalbahn
Der ein oder andere wird sich fragen: Und was hat das jetzt mit der Rhein-Sieg Eisenbahn zu tun?
Auf den ersten Blick haben die beiden Bahnen tatsächlich nicht viel miteinander zu tun, doch die 1901 gegründete „Brohltaler Eisenbahn Gesellschaft“ hat bereits sehr früh einen engen Kontakt zur damaligen „Brölthaler Eisenbahn AG“. Die sehr ähnlichen Namen in der gleichen Region Deutschlands sorgten bei Fahrzeugherstellern und Behörden bereits früh für Verwechslungen, so dass nicht selten bei der Brohltalbahn Fahrzeugangebote für 785 mm Spurweite eintrafen oder die Brölthaler Eisenbahn Zeichnungen für 1000 mm Fahrzeuge erhielt. Was aus heutiger Sicht lustig erscheinen mag, bedeutete damals vor allem viel Arbeit und Kosten, damit die Unterlagen schlussendlich doch beim richtigen Unternehmen eintrafen. Deshalb entschloss sich die Brölthaler Eisenbahn AG 1921 dazu, sich in Rhein-Sieg Eisenbahn AG umzubenennen, um den ständigen Verwechslungen ein Ende zu setzen und auch in der Bevölkerung einen Namen zu etablieren, der deutlich besser zum stark gewachsenen Streckennetz passte.
Bis heute finden unsere Historiker bei Recherchen in diversen Archiven Unterlagen, die eigentlich für die andere Bahn gedacht waren. So manch interessantes Schriftstück konnten wir nur finden, weil man „verdachtsmäßig“ auch die Unterlagen der Brohltalbahn mit angefordert hatten.
Auch auf die Gründung unseres Museums in Asbach hat die Brohltalbahn (wenn auch ungewollt) einen wichtigen Einfluss, denn der Gründung des Asbacher Museums ging die Schließung des Schmalspurmuseums der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) in Viernheim bei Heidelberg voraus.
Dieses Museum war 1968 von der DGEG mit dem Konzept gegründet worden, jeweils ein Exemplar aller besonderen Gattungen und Bauarten der Schmalspurfahrzeuge zu erhalten. Als Vertreterin der modernen Schmalspurlokomotiven war die Lok III (Bj. 1951) der Brohltalbahn im Grundprogramm vorgesehen, doch die Vertreter der DGEG kamen nur um wenige Wochen zu spät: Die noch junge Lok III war bereits verschrottet worden. Zum Glück unseres Museums, denn andernfalls hätte sich die DGEG nicht für die sieben Jahre ältere Lok 53 der RSE interessiert. Damit wäre ihr das Schicksal der Brohltalbahn-Maschine widerfahren und unser Museum hätte es ohne Lok 53 womöglich nie gegeben!
Heutzutage pflegen die „Interessengemeinschaft Brohltal Schmalspureisenbahn e.V.“ (IBS) und unser „Museum der Rhein-Sieg Eisenbahn Asbach e.V.“ eine enge Freundschaft. So haben uns die Kollegen aus dem Brohltal bei unseren vergangenen Gleisbauarbeiten mit Rat und Tat unterstützt, wofür wir uns nochmals recht herzlich bedanken möchten!
Von daher verwundert es nicht, dass uns der IBS zur Sonderfahrt anlässlich des 125 jährigen Jubiläums der Streckeneröffnung am 14. Januar 2026 einlud. Gezogen wurde der Zug selbstverständlich von der letzten erhaltenen Dampflok der Brohltalbahn, der Malletlok 11sm, die viele Jahre gemeinsam mit unserer Dampflok 53 im DGEG Museum in Viernheim ausgestellt war. Seit 1991 ist sie zurück in Ihrer Heimat und bespannt nach einer umfangreichen Aufarbeitung seit 2015 wieder an ausgewählten Tagen den Vulkan-Express.
Die Jubiläumsfahrt ging nach Burgbrohl, wo ein Festakt in der Kaiserhalle durch die Geschichte der Brohltalbahn und des Vereins führte.



Wir bedanken uns sehr herzlich bei unseren Freunden der Brohltalbahn für die Einladung zu dieser tollen Veranstaltung und wünschen für die Zukunft eine sichere, unfallfreie Fahrt und immer eine Handbreit Wasser über der Feuerbüchsdecke!
Revision eines Arbeitstiers
Im Mai 2025 konnten wir von unseren Freunden des Frankfurter Feldbahmuseums einen Gabelstapler der Maschinenfabrik Esslingen aus dem Baujahr 1961 übernehmen. Der kleine und wendige Stapler erleichtert uns seitdem die Arbeiten auf dem Gelände und kann aufgrund seiner geringen Abmessungen auch problemlos den Güterschuppen befahren.
Doch die vielen Jahre des harten Einsatzes sind auch an diesem Fahrzeug nicht spurlos vorüber gegangen und so wurde der Gabelstapler teilweise zerlegt, um ihn gründlich instand zusetzen. Neben einer komplett neuen Elektrik, werden auch die Bremsen und der Kühlwasserkreislauf umfangreich überarbeitet.



Stimmungsbild des Monats: Unsere Dampflok 7729 hat die Schneefälle im Asbacher Bahnhof hautnah miterlebt. Das letzte Mal im Schnee ist sicherlich schon einige Jahrzehnte her.
